Fliehkraftregler und deren Verstellung

Begonnen von SuperMaxe, 23 Juli 2026, 15:53:28

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SuperMaxe

Hallo,

wie bekannt verstellt der Fliehkraftregler mit steigender Drehzahl die Zündung in Richtung Frühzündung.

Je nachdem, wie weit die Federn des Fliehkraftreglers vorgespannt werden, kann man den Zeitpunkt, ab dem verstellt wird, sowie die Geschwindigkeit der Verstellung beeinflussen.

Gibt es dazu praktische Erfahrungen? Wie stellt ihr das am besten ein? Hat schon mal jemand einen merklichen Unterschied leistungstechnisch gespürt?

Je mehr Frühzündung, desto mehr Leistung, heißt es doch. Bei zu viel Frühzündung bekommt der Kolben allerdings ordentlich etwas auf die Mütze.

Ich bin auf eure Erfahrungen zum Thema Fliehkraftregler und dessen Verstellung gespannt.




alt-aber-gut

Es ist wie so oft im realen Leben immer eine Frage der bestmöglichen Abstimmung für eine bestimmte Situation, hier eben des idealsten Zündzeitpunkts.
Zu späte Zündung belasten den Kolben, die Ventile und den Zylinderkopf außerordentlich heftig und unkontrolliert und reduzieren die Leistungsabgabe oft erheblich. Das ist sehr einfach auch im Versuch auf der Strasse mess- und erfahrbar. Beschleunigung, Gasannahme und das Drehmoment oder die Laufkultur  sind dann spürbar reduziert. Zudem wird der Motor auch thermisch zusätzlich belastet, was dann wieder die Schmierung und Ölalterung verschlechtert.
Zu frühe Zündung bringt ebenfalls keinen wirklichen Gewinn, weder für die Leistung noch die Lebensdauer des Kolbens und der Kombination von Pleuls/Kurbelwelle und der K-wellenlager.
Ein bedeutender Teil der freigesetzten Explosionsenergie wird hier wieder intern im Motor vernichtet durch den noch zu tief stehenden Kolben vor dem oberen OT. Auch hier kann die thermische Energie nicht zeitsynchron in kinetische Bewegung (des Kurbeltriebs) transferiert werden. Das Aggregat hier wird deutlich härter unter Last arbeiten und möglicherweise auch zulätzliche Viberationen erzeugen. Zudem wird in dieser Kombination ein Kraftstoff mit einer erhöhten Oktanzahl benötigt werden. Also nicht alles wirklich erstrebenswert für eine lange gesunde Motorenlebensdauer.
Das Optimum der leistungsmäßig besten Zündung sind normalerweise die vom Hersteller vorgegebenen Zündzeitpunkte und Z-Kurven.
Außnahnen passen nur wirklich gut für mechanisch (stark) modifizierte Triebwerke; aber auch dann nur nach längeren empirieschen Mess-und Versuchsreihen und Fahrten.
Fazit: der beste und sicherste Weg sind die originalen Einstellwerte mit nur geringfügigen  Abweichungen von denen des Herstellers! Zündende Grüße, *****
La bêtise est toujours nettement supérieur à l'intelligence, car toute intelligence du monde ne permettra jamais de comprendre la bêtise universelle qui nous entour au quotidien.

mitoma68

#2
Wer die Federn des FKR (genau) einstellen möchte, benötigt m.E. einen Prüfstand oder Erfahrung. Da ich Beides nicht habe, gab ich den FKR zur Überholung samt Bolzen und Fliehgewichte (die sind meist ausgeschlagen) zu einem Fachmann.
Ich habe eine manuelle Zündverstellung - wenn man das mal spaßeshalber auf spät stellt, ist kaum ein Unterschied bei der Leistung spürbar.
Wenn der Motor allerdings derart tolerant auf die Zündverstellung reagiert und fast kein Unterschied spürbar ist, wirft das irgendwie die Frage auf, wieviel Aufwand man betreiben will, um genau den ,richtigen' ZP ,aufs Millionstel' einzustellen. Er soll am Ende nicht zu früh sein, aber wegen ein paar wenigen mm zu spät (bei der Schwungscheibenmarkierung) geht m.E. die Welt auch nicht unter...
Gruß, Thomas

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