Motor 'R60S' Teil 3 von 3

Begonnen von mitoma68, 22 Februar 2026, 00:09:12

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mitoma68

Vergaser und Zündung stammen von einer R69S. Die Zündspule ist eine DA.SA aus Wildenberg. Und als 'Kirsche auf die Torte' (O-Ton Heinz Bals) gabs noch eine manuelle Zündverstellung dazu. Die ist zwar wohl rein technisch gesehen eher überflüssig - aber eine optisch schöne technische 'Spielerei'
Zündverstellung.jpg

Das Gewinde von den speziell angefertigten Messingüberwurfmuttern auf den Vergasern hat leicht Untermaß und wurde erforderlich, weil die Gewinde an beiden Vergasern nicht mehr so toll waren.
Vergaser.jpg

Die 6 Volt Lima hat 75 Watt und stammt von Behördenfahrzeugen, in Kombination mit einem elektronischen Regler von Ulis Motorradladen. Einen 'Heinz' werde ich zum Schutz vor dem Schmiermittel des FKR noch anbringen. ;)
Lima.jpg 

Sobald es wieder wärmer wird, erfolgt der Einbau und dann lass ich mich mal überraschen, wie diese spezielle Kombination im Gespannbetrieb läuft. Der originale R67/2 Motor wird jedenfalls erst einmal inspiziert und gut eingemottet.
Am Ende bleibt mir nur ein ganz herzliches Dankeschön an Heinz Bals, dass er sich auf diese Anfertigung eingelassen hat! Er meinte übrigens, dass es ihm schon schwer falle, das entstandene gute Stück aus den Händen geben zu müssen! :-)

Nachtrag: wenn man die größere HBS-Ölwanne verwenden möchte, wird ein neues Querrohr mit einem Ausschnitt für die Ölablassschraube benötigt.
Querrohr.jpg

Interessant ist, was er über die Funktion des Interferrenzrohres sagt: aus Neugier hat er vor vielen Jahren ein Interferrenzrohr mit einer Drosselklappe präpariert. Ergebnis: egal ob die Drosselklappe offen oder geschlossen ist, es unterscheidet sich jeweils ausschließlich im Klang des Motors...

 



Kees

Das ist eine R68/69 Magnet. Dafür brauchst du auch eine andere Gehäusedeckel. Die hat nicht nur die öffnung da oben für die Bowdenkabel sondern auch ein extra Lager und ein anderes Mass für die Öldichtring hinter der Magnet.

Eigentlich hast du da eine art von R68 Motor aufgebaut, aber mit weniger Verdichtung. Das ist auch gut mit eine Gespannmaschine und vielleicht kommst du jetzt nicht in die kritische Drehzahlbereich mit heftige Schwingungen, so rund 6500 rpm.

Na ja, jedenfalls, schöne Geschichte und ich verstehe das du ganz froh bist damit.

omenerer

..also ein 600er Motor mit 7,5:1 Verdichtung, 26er Vergasern und größern Ventilen.
Welche Nockenwelle hat er genommen, und warum hat er die Verdichtung nicht noch höher geschraubt?
Gruß Jochen.

mitoma68

Hallo Jochen, es sollte für den Gespannbetrieb kein hochverdichteter/hochtouriger ,Sportmotor' werden. Soviel ich weiß, passen in die 50S Köpfe auch keine Kolben mit ,Höckern' wie bei 69/69S. Bin mir da aber nicht sicher.
Über die NW hatten wir nicht gesprochen - ich gehe davon aus, dass es eine ,zahme' R60/2 NW ist.
Gruß, Thomas

omenerer

..eine ganz ähnliche Konstellation wie Du habe ich auch in der einen Geradweg. In Kleinanzeigen gibt es eine 60/2 mit Ro 113 Nockenwelle von Heinz Bals. Da würde mich die Motorcharakteristik mal interessieren, die Steuerzeiten sind eigentlich noch weiter verschoben als bei der RS Nockenwelle. Kannst Ihn ja mal fragen. ;D .
Das Leistungsthema habe ich letztes und vorletzes Jahr durchdekliniert, bei der anderen Geradweg bin ich schließlich bei den großen Zylindern aus dem Wagenmotor hängen geblieben. Ein sehr ausgeglichenes Drehmoment, auch untenrum.
Gruß Jochen

motoclub

Zitat von: Kees am 22 Februar 2026, 09:03:59Das ist eine R68/69 Magnet. Dafür brauchst du auch eine andere Gehäusedeckel. Die hat nicht nur die öffnung da oben für die Bowdenkabel sondern auch ein extra Lager und ein anderes Mass für die Öldichtring hinter der Magnet.
...
Es wird so sein, dass der Magnet ein 'profaner' Tourenmagnet ist, das Gehäuse ist auf jeden Fall ein 'ahd'. So würde alles ohne Modifikationen am Räderkastendeckel funktionieren.

Die Handverstellung ist heute praktisch nutzlos (damals wurde es gemacht, um den hochverdichteten Motor vor schlechtem Sprit zu schützen), man kann aber schön damit beim Halt an der Ampel spielen  ;)   
Viele Grüße
Thomas

Kees

Ach so, ich dachte das die messing Grundplatte auch anders war, aber ich habe mal ein paar Bilder angeschaut und die sieht ja doch gleich aus. Wieder etwas gelernt.

mitoma68

Zitat von: omenerer am 22 Februar 2026, 18:56:51..eine ganz ähnliche Konstellation wie Du habe ich auch in der einen Geradweg. In Kleinanzeigen gibt es eine 60/2 mit Ro 113 Nockenwelle von Heinz Bals. Da würde mich die Motorcharakteristik mal interessieren, die Steuerzeiten sind eigentlich noch weiter verschoben als bei der RS Nockenwelle. Kannst Ihn ja mal fragen. ;D .
Das Leistungsthema habe ich letztes und vorletzes Jahr durchdekliniert, bei der anderen Geradweg bin ich schließlich bei den großen Zylindern aus dem Wagenmotor hängen geblieben. Ein sehr ausgeglichenes Drehmoment, auch untenrum.
Gruß Jochen

Hallo Jochen, genau - auch hier wurde eine neue RO 113 verbaut - Heinz verbaut die wohl öfters und hätte gute Erfahrungen damit gemacht. Bzgl. Charakteristik muss ich bei Gelegenheit mal nachfragen. Gruß, Thomas

mitoma68

Zur Feier des sonnigen Gründonnerstages wurde heute der Motor eingebaut. Hat recht gut geklappt.
Wenn man einen Motor vom Schwingenboxer mit Tellerfederkupplung an das Getriebe eines Geradewegboxers anbaut, gilt es ein paar kleinere Punkte zu beachten: 1) die drei M8 Stehbolzen fürs Getriebe vom Schwingenboxermotor sind ca. 1 cm zu kurz und müssen getauscht werden. 2) man benötigt eine andere Kupplungsdruckstange - ohne Vierkant, mit Spitze. 3) die Druckstange muss ein paar Milimeter gekürzt werden und 4) das in Fahrtrichtung vordere Teil vom Drucklager der Druckstange muss mit getauscht werden, weil sonst der Innendurchmesser nicht passt.
Vorteil: die Kupplung mit Tellerfeder gilt gerade im Gespannbetrieb einerseits alsrobuster und lässt sich leichter betätigen. Und die Reibscheibe ist 1 mm dicker.
Die passende Druckstange, neue Krümmerdichtungen und neue Benzinschläuche samt Benzinfilter lagen beim Motor dabei, so dass alles auf Anhieb gut passte. Anfangs startete der Motor kalt etwas schlecht - aber nachdem die Vergasernadeln höher ins 4. Loch gehangen wurden, lief er perfekt. Bin vom Endergebnis begeistert.
Wegen der 26er Vergaser wurde zudem ein großes Luftfiltergehäuse ergänzt.

Wie lange würdet ihr einen neu gemachten Motor bzgl. Höchstdrehzahl schonend einfahren? Gemäß original Einfahrhinweise im Handbuch? Und nach wieviel km würdet ihr erstmalig das Motorenöl wechseln?

Morgen gibt es auf alle Fälle die erste Ausfahrt durch die fränkische Schweiz.

Allen schöne Ostern, Thomas

P.S. Kees, ich muss Dich enttäuschen, ich werde keinen Zylinderkopf abschrauben, nur um zu sehen, wie das mit den Schraubenköpfen der zusätzlichen M6 Zuganker gelöst ist...  ;)


Kees

#9
Lebendig einfahren mit viel auf und ab in rpm. Nicht zu vorsichtig. Die Kolbenringe müssen sich einlaufen und dafür brauchen die Last. Ab und zu mal ganz kurz Volgas. Nach die erste Ausfahrt Öl wechseln und Kopfschrauben nachziehen.

Was fur Kolben hast du eingebaut? Moderne KS brauchen viel weniger Einfahrzeit als die alte Modellen.

mz-henni

Zitat von: mitoma68 am 23 Februar 2026, 10:07:07Hallo Jochen, genau - auch hier wurde eine neue RO 113 verbaut - Heinz verbaut die wohl öfters und hätte gute Erfahrungen damit gemacht. Bzgl. Charakteristik muss ich bei Gelegenheit mal nachfragen. Gruß, Thomas

Ich bin gespannt, wie du die Nockenwelle erlebst...Ich habe sie, auch von Heinz, in der 60/2 und finde die Charakteristik etwas..sportlich...relativ viel Dampf oben und unten, etwas zäh in der Mitte...kann natürlich auch andere Ursachen (Repro-Schalldämpfer etc...) haben.

Zum Einfahren: Wie Kees schon schrieb, ist Schonung fehl am Platz. Wenn Zündung, Vergaser etc..stimmen, fahre ich vllt. die ersten 100KM etwas sachter, dann aber mit länger werdenden Vollgasetappen. Ist viel Gefühls- (und ja, auch Glaubenssache)...In der ersten Zeit achte ich darauf, die Last bei Anstiegen etc...nicht zu lange hoch zu halten, sondern eher mal einen Gang runter zu schalten..Drehzahländerungen sind förderlich, Beschleunigungen auch...Viel Motorbremse weniger. Mehr Verbrennungsdruck=mehr Druck an den Kolbenringen zur Zylinderwand, genau das, was man mit Einfahren erreichen möchte.

Grüße, Hendrik

mitoma68

Hallo Hendrik, ich kann Deine Erfahrungen mit der Schleicher RO113 jetzt bestätigen. Ich habs mal länger beobachtet und mit Excel in Drehzahlen umgerechnet. So zwischen 50 und 60 km/h im 4. Gang und zwischen 30 und 40 km/h im 3. Gang gibts eine leichte Durchzugschwäche. Das dürfte grob zwischen 2.000 und 2.600 Umdrehungen liegen. Darüber hat sie dann schnell richtig Dampf. Laut Heinz liegt das an der RO113. Das muss man beim Schalten an Steigungen oder beim Beschleunigen berücksichtigen. Aber ab 60 km/h im 4. machts dafür richtig Freude auf der Landstraße! 🙂 Wo viel Licht, ist halt erfahrungsgemäß auch Schatten... 🤷�♂️
Gruß, Thomas

mz-henni

Zitat von: mitoma68 am 19 Mai 2026, 20:43:57Aber ab 60 km/h im 4. machts dafür richtig Freude auf der Landstraße!
Na, aber das klingt doch sehr akzeptabel! Bei mir ist das "Loch" eher weiter oben, so zwischen 80 und 90 im 4. Gang (mit 25/8)...ich werde da jetzt nochmal mit anderen Schalldämpfern (vorr. VA) drauf eingehen, mal sehen, ob sich so etwas ändert...wenn dem nicht der Fall ist, werde ich wohl auf die Seriennocke 60/2 zurückrüsten.

Schön, das dir dein toller Motor so viel Spaß bereitet, vielen Dank für deine Rückmeldung!

Liebe Grüße, Hendrik

alt-aber-gut

Falls es weiterhilft, ich habe die besten Ergebnisse an der R60/2 mit den Schalldämpfern der 69S erfahren. Durch das größere Dämpfervolumen dreht der Motor besser hoch und die Abstimmung scheint damit ebenfalls tatsächlich stimmiger zu sein als mit den schmaleren Originaldämpfern der R60.
Eine RO113° Nockenwelle hatte ich auch nur sehr kurze Zeit montiert da die Elastizität des Triebwerks nach meinen Eindrücken drehzalmäßig deutlich zu schmal ausfiel und eigentlich nur bei hohen Drehzahlen ein angenehmes Vorankommen ermöglichten.
Die originale Nockenwelle der R60/2 macht den Motor einfach mehr zum Allrounder was die Leistungsabgabe und das Drehmoment betreffen. Wer aber sportlich unterwegs sein möchte der ist mit der 113° sicherlich recht gut bedient.
Grüße, *****
 
La bêtise est toujours nettement supérieur à l'intelligence, car toute intelligence du monde ne permettra jamais de comprendre la bêtise universelle qui nous entour au quotidien.

mz-henni

Servus Hans, danke für deine Erfahrungen! Es stimmt schon, die Welle fühlt sich ähnlich an wie die 324° beim 2V Boxer...aber bei den 2V bekommt man die ja in der Regel ziemlich geil ans Laufen...ich probiere weiter, will aber auch den Motorthread hier nicht kapern.

Liebe Grüße, Hendrik

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