BMW Boxerforum

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Autor Thema: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung  (Gelesen 4006 mal)

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ewald

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67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« am: 23 August 2008, 21:01:35 »

Hallo
ich mal wieder und meine geliebte "griechischen Krücke" 67/2-Gespann. Nach dem Schreck mit den gerissenen Köpfen (vgl Forumsbeitrag) und einem kompletten Reinfall mit 2 ersteigerten Köpfen habe ich beide Zylinder neu bohren lassen, neue Kolben reingemacht und die alten Köpfe wieder montiert (Expertenrat). Heute war ich erstmals so 100 km unterwegs. Die Hälfte der Strecke lief sie auch einwandfrei (immer so 90 - 100 km/h wg. einfahren) aber die letzten km waren eine Qual: der Motor nahm kein Gas mehr an so ab 80. Ich konnte sie so mit 60 im 4. Gang halten (auf der Autobahn!!) war schon drauf und dran auf dem Standstreifen anzuhalten, da zog sie plötzlich wieder bis Tempo 100. Das gleiche Spielchen wiederholte sich noch einige Male. Beim 2. oder dritten Male habe ich dann während der Fahrt mal abwechselnd die Kerzenstecker gezogen - keine eindeutige Reaktion. Zu Hause angekommen (schwitz!) habe ich das Öl gewechselt und die Kerzen angeschaut: beide rehbraun. Kein besonderes mechanisches Geräusch.
Wie kann ich dem Problem auf die Spur kommen???
Ich weiß, dass ich die ausgeschlagene Einkerbung am Magnet für die Fliehkraftregleraufnahme  erneuern muss (soll nach Saison laufen)
Vergaser: Dellortos (liefen immer problemlos), Zündsp. neuwertig, el. Regler, Kohlen neu,Gel-Akku...
Mit der Elektrik könnte was faul sein:Aber das ist ne andere Baustelle (wg. Magnetzünder)
Für jeden Tipp dankbar!!
Ewald
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BMW Boxerforum

67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« am: 23 August 2008, 21:01:35 »

odeon8

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #1 am: 24 August 2008, 15:07:43 »

Servus Ewald,

hatte mal so ein ähnliches Verhalten bei meiner R75/5, allerdings erst ab 180 km/h.

2 Ursachen könnten in Frage kommen:

1. Ventilspiel zu eng, Auslassventil wird zu heißß und bläst durch
2. Auspuff (wars bei mir): Neue NoName-Edelstahl-Endtöpfe hatten zu wenig Durchlaß. Dadurch
   fängt ebenfalls das Auslaßventil das Glühen an und hält nicht mehr dicht.

Thomas
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ewald

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #2 am: 24 August 2008, 18:43:59 »

Hallo Odeon,
danke für deinen Hinweis - Ventilspiel prüf ich mal
Gruß Ewald
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klaus wg

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #3 am: 26 August 2008, 18:55:22 »

Hallo Odeon,
danke für deinen Hinweis - Ventilspiel prüf ich mal
Gruß Ewald

Wenn Du bei den Ventilen bist: sehr oft tritt bei frisch überholten Köpfen das Problem auf, dass die Ventilführungen nicht weit genug aufgerieben sind. Bei Erwärmung des Motors klemmt das Ventil dann mit seinem Schaft in der Führung und schließt nicht mehr. Folglich verliert der Motor rapide an Leistung. Sobald der Motor abkühlt, löst sich das verklemmte Ventil und die volle Leistung steht wieder (kurzzeitig) zur Verfügung.

Aber Obacht: solche Ventilklemmer können auch ihre Spuren am Ventilschaft hinterlassen, also nicht zu lange warten mit dem Nachsehen.

k.
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ewald

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #4 am: 26 August 2008, 23:17:57 »

danke Klaus,
am Wochenende beschäftige ich mich mit der Karre, bin gespannt!
Ewald
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rolf.soler

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #5 am: 28 August 2008, 01:31:35 »

Stimme allem zu, aber es könnte meiner Meinung auch noch was anderes sein...

Zuerst sicher die Elektrik prüfen (könnte irgendetwas sein was bei heisser Maschine aussteigt: Spule, Kondensator) und das Ventilspiel; Ventilführungen...schwierig, müsstest Du ja am heissen Kopf prüfen... Könntest ihn ja mal im Backofen auf 100-200° wärmen und (mit dicken Handschuhen !) schauen, ob die Ventile schön gleiten...noch kein Beweis für gute Ventilführung, aber wenns dann klemmt für enge Ventilführung
Gibts da eine ander Methode...?
Zum anderen aber: Der revidierte Motor ist doch noch gar nicht eingefahren...
Du bist also mit einem Gespann (mit Gespannübersetzung ??) 100 km weit gefahren, zuerst um 90-100 km/h, nach 50 km (also wenn schön warm...) kommt das Problem, richtig ?
Ich hab kein R67 Handbuch, aber für bauähnliche Boxergespanne (R50,R60) schon, da steht 70-80 km/h die ersten 1000 km ! die tausend km sind völlig übertrieben, es sind so 100-300, und man kann zwischendurch auch mal Vollgas geben, aber zuerst nur kurz, dann immer länger; siehe auch Tipps. Wichtig ist eigentlich nicht die Geschwindigkeit (kann ja auch bergauf oder -ab gehen), sondern dass der Gasgriff maximal 2/3 bis 3/4 aufgezogen wird (ausser KURZ Vollgas). Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du damit mit Seitenwagen und Gespannübersetzung schon auf 90-100  km/h kommst, denke also, dass Du die Maschine etwas zu hart rangenommen hast auf diesen ersten 100 km.
Ein bearbeiteter Motor (Zylinder geschliffen, neue Kolben + Ringe  - wieviel Kolbenspiel hast Du bohren lassen  ? ) braucht länger als ein ganz neuer Motor zum einfahren ! (siehe Hertweck).
Während der Einfahrphase ist es eben typisch, das der Motor kein Gas annimmt, also nur müde reagiert. Wird er heisser, so wird er noch müder und lärmt, nimmt man dann Gas zurück, kuppelt aus und lässt rollen so 10-30 sec., zieht er dann schnell wieder besser. Gibt man stattdessen noch mehr Gas, kann es schliesslich klemmen.
Ich hab bei meiner R27 kürzlich einen neuen Kolben in den neu geschliffenen Zylinder gesetzt, sie lief nach 150 km etwa ganz ordentlich, aber ab 2-3 Minuten Vollgas begann sie eindeutig zu klemmen - starker Leistungsabfall; erst nach >500 km war sie vollgasfest, und das obwohl das Einbauspiel extra etwas grösser gewählt wurde (6/100 statt 4-5/100 wie im Handbuch, auf Anraten des Zylinderschleifers, der bei BMW's oft zu enge Kolbenpassung gesehen hat... )

Fragen:
Nachdem die Maschine abgekühlt ist, läuft sie dann wieder ein paar Kilometer / eine Viertelstunde einwandfrei ?
Wenn Du jeweils Gas weggenommen hast, ist sie dann wieder besser gelaufen ?
Welches Kolbeneinbauspiel ?

Ich würde, wenn Elektrik und Ventilspiel stimmt, mal wieder ne Runde von etwa 100 km fahren, nur 2/3 bis 3/4 aufziehen (so bis 80 km/h geradeaus) ab und zu aber mal Vollgas geben, zuerst 10 sec -> 20 sec, ->30 sec -> 1 Minute, sobald Leistung abfällt, auskuppeln und rollen lassen usw usw. Mit der Zeit sollte sie immer besser Gas annehmen und immer länger Vollgas vertragen. Und dann nochmals eine Ausfahrt und noch eine etc. Kann wie gesagt bis > 500 km gehen....

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ewald

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #6 am: 28 August 2008, 12:13:39 »

Hallo Rolf,
danke für deine interessanten Überlegungen. Also: Einbauspiel weiß ich nicht, ich habe das über einen Bekannten bei ner Firma machen lassen (da frag ich mal nach); die 100 km/h sind laut Tacho - und der "lügt";
Zu deinen Fragen: Nach ein zwei Minuten "Schonung" (Gas weg) lief sie dann kurze Zeit wieder einwandfrei - bis zum nächsten Leistungsabfall
Ich bin gerade ne Runde Einkaufen gefahren - einwandfrei! Ich werde noch mal eine längere Fahrt machen und dann so verfahren, wie du es beschreibst (muss aber zuvor sicherstellen, dass ein "Lumpensammler" bereit steht!) Was mich interessiert: Hört man das eigentlich, wenn der Kolben anfängt zu klemmen?
Gruß Ewald
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klaus wg

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #7 am: 28 August 2008, 13:02:04 »

....Was mich interessiert: Hört man das eigentlich, wenn der Kolben anfängt zu klemmen?
Gruß Ewald

Wenn Du es hörst, Ewald, dann ist es bereits viiiel zu spät. Ein richtig klemmender Kolben kreischt (ein deutlich vernehmbares, anhaltendes, metallisches Pfeifen, Quietschen) und hinterlässt dann auf Laufläche des Kolbens und Zylinders sehr markante Schrammen.

Tipp: wenn du ohnehin die Köpfe runter hast, ist es ein Klacks, mal eben die 4 Zylinderfußschrauben zu lösen und den Zylinder wenigstens soweit abzuziehen, dass der Kolben sichtbar wird, ohne dass gleich die Ringe aus dem Zylinder flutschen (Zylinder auf einem pasenden Gegenstand, z.B. Kiste ablegen, und in aller Ruhe rundum den Kolben inspizieren). Die durch einen richtigen Klemmer verursachten Schrammen kannst Du gar nicht übersehen.

k.
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ewald

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #8 am: 28 August 2008, 18:34:41 »

ah ja.. Gottseidank so weit ist es noch nicht gekommen, werde aber trotzdem mal die Zylinder inspizieren. Ich habe heute mein Elektrik-Problem gelöst und als ich den Stirndeckel abnahm, lag da eine Befestigungsmutter, die man löst, wenn man die Zündung einstellt. Da die Nut im Zapfen vom Magnetläufer, auf dem der Fliehkraftregler sitzt, auch ausgeschlagen ist... mache ich jetzt eine größere Revision. Bei Uli in F kriege ich einen neuen Zapfenangeschweißt, dann kann ich hoffentlich mal wieder gescheid die Zündung einstellen. Kümmere mich mal um das Spakltmaß, und wenn das erledigt ist, fange ich nochmal "von vorne" an.
Danke erstmal für eure Hilfe.
Melde mich später wieder.
Ewald
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rolf.soler

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #9 am: 28 August 2008, 21:00:30 »

Wenn Du es hörst, Ewald, dann ist es bereits viiiel zu spät. Ein richtig klemmender Kolben kreischt (ein deutlich vernehmbares, anhaltendes, metallisches Pfeifen, Quietschen) und hinterlässt dann auf Laufläche des Kolbens und Zylinders sehr markante Schrammen.

Tipp: wenn du ohnehin die Köpfe runter hast, ist es ein Klacks, mal eben die 4 Zylinderfußschrauben zu lösen und den Zylinder wenigstens soweit abzuziehen, dass der Kolben sichtbar wird, ohne dass gleich die Ringe aus dem Zylinder flutschen (Zylinder auf einem pasenden Gegenstand, z.B. Kiste ablegen, und in aller Ruhe rundum den Kolben inspizieren). Die durch einen richtigen Klemmer verursachten Schrammen kannst Du gar nicht übersehen.

k.
Widerspruch ! oder wenigstens teilweise...Natürlich beginnt ein "richtig" klemmender Kolben zu kreischen; wenn er ganz richtig klemmt, zerreisst es Dir sogar was...Aber bevor er richtig klemmt, klemmt er ein bisschen, und das merkst Du daran, dass der Motor Leistung verliert und das er "heiser lärmt" (so schreibt es Hertweck...). Wenn Du Gas wegnimmst, besser noch auskuppelst und rollen lässt, kommt er wieder. Jedenfalls: bei mir wars genau so; ich dachte zuerst auch, Kolbenklemmer = lautes Kreischen und katapultiert Dich vom Motorrad, also ists was anderes.. War es aber nicht.
Hertweck schreibt seitenlang, dass man den Motor bis zur "Klemmneigung" bzw. "beginnenden Klemmen" drehen soll und dann sofort weg vom Gas. Mit der Zeit kommt das immer weniger und später, schliesslich gar nicht mehr. Er sagt, lieber gezielt und im Bewusstsein ans Klemmen heranführen als dass das plötzlich auf einer Tour passiert....Es ist trotzdem eine heikle Prozedeur, Du kannst wirklich Kolben und Zylinder kaputt machen wenn Du nicht aufpasst.
Ich habe in dieser Situation einfach eine Nummer grössere Hauptdüse eingebaut, damit geht sie etwas fetter = kühler und schon war das Problem weg. Nach 500 km dann wieder mit der Originaldüse probiert: Problem auch weg -> d.h. vollgasfest eingefahren ! Hab dann trotzdem die grössere wieder reingetan, läuft ein bisschen besser / schneller damit.
Wen das Problem wieder kommt, probier mal grössere Hauptdüsen und schau ob es nicht mehr oder wenigstens viel später passiert. Billiger und einfacher Test und zugleich die Lösung, wenn es denn das war und Kolbenspiel nicht gar zu eng. Gut, kein Beweis, aber ein starker Hinweis...Würde ich glaub ich probieren vor Zylinder wieder lösen...man kann ja später wieder zurückwechseln, ist aber vielleicht gar nicht nötig.
« Letzte Änderung: 28 August 2008, 21:06:21 von rolf.soler »
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klaus wg

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #10 am: 28 August 2008, 23:43:08 »

Hallo rolf.soler.
Widerspruch muss nicht sein, Hertweck ist bekannt  ::) .
Das dort beschriebene "Heisere Lärmen" mag tatsächlich vorkommen, gehört habe ich es selbst aber noch nie. Mag daran liegen, dass Hertweck keinen Integralhelm trug und damals weniger Verkehrslärm herrschte.

Was man aber definitiv hört, ist das Kreischen, das übrigens auch sehr abrupt auftreten kann, ohne dass es sich lange durch Leistungsverlust ankündigt. Trat mal bei unserer DKW genau so unvermittelt auf, allerdings ohne Blockieren des Rades.
3 Klemmer an der EMW kündigten sich allerdings "nur" durch Leistungsverlust, ohne Geräusch, an, wobei der Motor beim Kupplungsziehen sofort abstarb. Folge: deutliche Riefen am Kolben.

k.
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rolf.soler

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #11 am: 29 August 2008, 12:29:49 »

Da hab ich ja Glück gehabt...bei mir kündigte sich das Klemmen tatsächlich durch eine Geräuschänderung und Leistungsverlust an, beim  Gaswegnehmen wars wieder gut und jetzt nach voll einfahren auch...
Wichtig ist zu wissen, dass die Klemmneigung trotz sorgfältigem Zylinderschleifen (mit sogar etwas mehr Kolbenspiel als nach Handbuch) auftrat !
Ich würde also
1. Elektrik / Zündung in Ordnung bringen. ZZpt nicht zu spät (mach Motor auch heisser...); Ventilspiel einstellen.
2. Vorsichtig einfahren....erste 200-300 km nur 2/3 Gas, kurz und immer etwas länger voll aufziehen erlaubt und sinnvoll, einfach (noch) nicht minutenlang mit (fast) Vollgas brettern, und SEHR GUT aufpassen; bei Leistungsverlust / Müdigkeit / lärmen sofort weg vom Gas
3. mal vorläufig Hauptdüsen um 1 Stufe grösser verwenden
4. wenn sich nicht alles normalisiert innert 500-750 km, Kolben inspizieren, wie oben. Hoffentlich keine Riefen...
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klaus wg

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #12 am: 29 August 2008, 23:06:49 »

Da hab ich ja Glück gehabt...bei mir kündigte sich das Klemmen tatsächlich durch eine Geräuschänderung und Leistungsverlust an, beim  Gaswegnehmen wars wieder gut und jetzt nach voll einfahren auch...
Wichtig ist zu wissen, dass die Klemmneigung trotz sorgfältigem Zylinderschleifen (mit sogar etwas mehr Kolbenspiel als nach Handbuch) auftrat !

Ta, da hatte ich bei der EMW wirklich "Erfahrungen" sammeln dürfen, die zunächst unlogisch erschienen:
Der Motor wurde sorgfältig eingefahren, die Klemmer indes traten relativ abrupt auf. Nachdem der 3. Klemmer nach fast 1000 gefahrenen Km auftrat, verlor ich die Geduld und ging der Sache auf den Grund:

Der Kolben hatte nicht an den Bolzenaugen geklemmt, sondern um 90 Grad versetzt. Zündung, Vergaser etc. stimmte und man muss wissen, dass die EMW nun wahrlich keinen heißgehenden Hochleistungsmotor hat, sondern sich kraft geringer Verdichtung und guter Fahrtwindkühlung selbst mit minderwertigstem Sprit zufrieden gibt.
Ich habe also den Kolben nach Hertweck'scher Manier (mittels Feile die blanken Stellen entfernen) nachgearbeitet und mir meine Gedanken gemacht, warum der Kolben ausgerechnet an der beschriebenen, eher untypischen Stelle klemmte.
Die Lösung war schließlich ebenso einfach, wie beunruhigend:

Der Gusszylinder befindet sich bereits geringfügig über dem letzten Werksausschleifmaß. Er wurde mithin also bereits 4x ausgeschliffen, wenngleich die Wandung dies noch zulässt. Beim Abholen meinte der Zylinderschleifer, dass der Zylinder wohl nicht mehr so ganz "rund" sei, was ich aber zunächst ignorierte, da numehr frisch geschliffen / gehont.
Im Nachhinein war mir klar, dass genau diese minimale "Unrundheit" ursächlich sein musste.
Jedenfalls, als die Klemmspuren am Kolben mittels Feile beseitigt (wodurch dieser an den betroffenen Stellen ja nun an Durchmesser verlor) und auch die wirklich minimalen Spuren auf der Zylinderlaufbahn auspoliert waren setzte ich den Motor zusammen, welcher fortan auch unter extremen Fahrbedingungen nie wieder Mucken gemacht hat.
Die ersten Takte nach dem Antreten klappert er etwas (erhöhtes Laufspiel, sobald genügend Öldruck da ist, verschwindet dies jedoch und es baut sich eine wunderbare Kompression auf.

Fazit:
1.) nicht jeder Klemmer ist ein Totalschaden
2.) mehr Spiel tut alten Motoren manchmal wirklich gut
3.) gehe nie davon aus, vom 'Fachbetrieb ein "Neuteil" zurück zu erhalten.

k.
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rolf

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #13 am: 04 September 2008, 12:56:40 »

Hallo,
es gibt eine "andere" methode um die Führungen zu überprüfen, ....einfach messen
Ewald, welche Schraube/Mutter war lose?? ich fürchte du meinst die "Befestigungsschrauben" (2 M6 Muttern) für den Magneten...da wird NICHT die Zündung eingestellt...auch wenn es so im WHB steht.
Rolf
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ewald

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Re: 67/2 warmer Motor verweigert Leistung
« Antwort #14 am: 04 September 2008, 16:06:19 »

Hallo Rolf,
ja, es waren die M6-Muttern. Apropos Zündung: Ich habe (hatte) das Problem, dass die Einkerbung in der Achse des Zündmagneten, in die der Fliehkraftregler eingestzt wird, so sehr ausgeschlagen ist, dass ich keinen Zündzeitpunkt fixieren konnte. Beim Festziehen der langen Halteschraube hat sich der FKR jedes Mal verstellt. An eine Feineinstellung per Verdrehen in den Langlöchern war gar nicht zu denken.
Ich habe den Zündmagneten jetzt zu Uli gebracht. Er hat wohl einen Feinmechaniker, der den alten Zapfen (?) abtrennt und einen neuen Zapfen aufschweißt. Ich bin mal gespannt. Wenn dann die Zündung ordentlich funzt, dann gehe ich an das Problem "Leistungsverweigerung".(Und wenn ich das - hoffentlich - gelöst habe, dann wartet sicher schon das nächste ....) Es wird sicher noch Monate / Jahre dauern, bis die "griechische Gurke" so zuverlässig ist wie meine Eintöpfe, mit denen ich jeden Tag unterwegs bin.
Gruß Ewald
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