Kondensator Zündung

Begonnen von Wilhelm, 10 Dezember 2021, 19:33:36

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Wilhelm

Hallo zusammen,
aus gegeben Anlass ( überarbeiten R51/2 Zündbox) habe ich hier einige Daten zu Bosch + Noris Kondensatoren für unsere originalen Zündungen. Ich habe eine größere Sammlung von alten Kondensatoren durchgemessen. Messbrücke PM6303A LCR.
Sie lagen alle um 235 bis 350 nF. Die Messbrücke hatte ich dabei auf paralle Messung gestellt. Bei 1 Khz Messfrequenz wurden mir Parallel Widerstände von 10kOhm bis 150 KOhm angegeben. Je höher dieser parallel Widerstand desto besser steht der Kondensator da. Die alten Kondensatoren lagen alle unter 93kOhm.
Die 150kOhm hatte ich bei einem neuen Bosch Kondensator. Best Nr, 1 237 330 037, er hatte 247nF. Ich dachte mir das diese Messwerte evtl. mal gesucht werden. Abmessung des Kondensators 18 x 34mm. Der Elektrische Anschluss ist zum zum anlöten.
Beim Boschdienst habe ich 8€ für den Kondensator bezahlt. 




Anulu

Hy,
Tatsächlich nF oder uF?

Gruss Manuel

Anulu

Zitat von: Anulu am 10 Dezember 2021, 21:14:26
Hy,
Tatsächlich nF oder uF?

Gruss Manuel

Vergesst es!

( Warum kann ich hier im 2V Forum eigentlich einen Beitrag weder bearbeiten noch löschen?!)

Oerlov

Moin, gelegentlich habe ich zwar mit Gleichstrom Messbrücken zu tun... Aber hier ist mir eins nicht ganz klar: Der Parallelwiderstand bei der Auswertung der Wien'schen Brücke entspricht anscheinend dem Realanteil. Also müsste dieser definitionsgemäß frequenzunabhängig sein und sich z. B. über die Entladungsdauer des am Netzteil aufgeladenen und dann abgeklemmten Kondensators (oder eine einfache statische Messung des Innenwiderstands?) ebenfalls messen lassen?
Oder denke ich hier zu einfach?
Ich habe derzeit auch das Problem, dass ich (zum Teil neue) Kondensatoren habe, deren Kapazität ok ist, die aber trotzdem Probleme machen. Beispielsweise Aussetzer beim Abblitzen oder fehlendes Ausschwingen im sekundarseitigen Zünd-Oszillogramm. Nicht immer ist jedoch Kontaktfeuer dabei. Manchmal sind nur die Funken mau.
Die fehlerhaften Dinger würde ich gerne vor Einbau möglichst einfach prüfen und lieber gleich entsorgen... bevor ich mich später am Motor auf unnötige Fehlersuche mache.
Gruß Carsten

Gesendet von meinem ELS-NX9 mit Tapatalk


Wilhelm

Hallo Carsten,
das Durchmessen eines Kondensators mit einem Gleichspannungsmessgerät verrät dir nichts über die Güte des Kondensators. Da der Kondensator einen Frequenzabhängigen Anteil hat, kann man ihn nur mit einer Wechselspannungsbrücke auf seine Frequenzabhängige Funktion testen. Ich habe bei meinem Test die 1000Hz als Messfrequenz genommen. Je Kleiner der parallel Widerstand ist, im Ersatzschaltbild, um so schlechter ist der Kondensator.  Mann kann mit Hilfe der Messung die guten von den schlechten Kondensatoren unterscheiden. Die Kondensatoren mit unter 80kohm parallel Widerstand habe ich alle in den Müll geschmissen. Diese erfüllen nicht mehr den Zweck. A Schutz des Kontaktes. B schnellen Stromabfall über der Zündspule. ( 80 k Ohm Grenze habe ich mir selbst gesetzt) Der Ideale Kondensator hat keinen parallelwiderstand.
Dies könnte man heute sicher auch mit Dioden erreichen die die negative Spannung des Ableitstroms ebenso sicher vom Kontakt abhalten wie ein Kondensator. Diese Dioden sind in allen modernen Zündanlagen eingebaut.
In der Elektronik werden diese Dioden auch als Freilaufdiode bezeichnet. Sobald der Kontakt oder der Elektrische Schalter öffnet, übernimmt die Freilaufdiode den Spulenstrom. Ein Funke wird vom Kontakt abgehalten.
Ein defekter Kondensator mit niedrigem Parallelwiderstand wirkt wie ein Widerstand. Er begrenzt den Abschaltstrom. Dadurch ist der Strom durch die Spule geringer und die Stromänderung induziert nicht den genügenden Stromabfall um eine hohe Spannung im Sekundärkreis der Zündspule zu erzeugen.

Q-Michael

Mahlzeit,


wenn der Kontakt öffnet, dann geht der Strom in den parallelen Kondensator. Genau dann ist der Kondensator ungeladen und man hat 0V am Kontakt. Daher brennt der Kontakt nicht so schnell ab. Genaugenommen geht die in der Streuinduktivität der Zündspule gespeicherte Energie in den Kondensator.

Mit einer Diode funktioniert die Schaltung nicht:
Anode an Masse: dann nützt sie nix
Anode oben an der Zündspule: immer an.

VG Michael

motoclub

Ein Test für den Kondensator, den ich in einer Oldtimer-Elektrik-Werkstatt beobachtet habe, ist:
- Kondensator mit 320V Gleichspannung laden
- 1 Minute warten
- Kondensator über eine Glimmlampe entladen.

Wenn nach einer Minute die Glimmlampe noch deutlich aufflackert, ist der Kondensator brauchbar. Hat er sich in der Zeit intern entladen, dann -> Tonne.

Falls das einer ausprobieren möchte, nur zu, aber bitte die Vorschriften bei derart hohen Spannnungen beachten...
Viele Grüße
Thomas

Oerlov

Zitat von: Wilhelm am 29 Dezember 2021, 11:33:09
Hallo Carsten,
das Durchmessen eines Kondensators mit einem Gleichspannungsmessgerät verrät dir nichts über die Güte des Kondensators. Da der Kondensator einen Frequenzabhängigen Anteil hat, kann man ihn nur mit einer Wechselspannungsbrücke auf seine Frequenzabhängige Funktion testen. Ich habe bei meinem Test die 1000Hz als Messfrequenz genommen. Je Kleiner der parallel Widerstand ist, im Ersatzschaltbild, um so schlechter ist der Kondensator.  Mann kann mit Hilfe der Messung die guten von den schlechten Kondensatoren unterscheiden. Die Kondensatoren mit unter 80kohm parallel Widerstand habe ich alle in den Müll geschmissen. Diese erfüllen nicht mehr den Zweck. A Schutz des Kontaktes. B schnellen Stromabfall über der Zündspule. ( 80 k Ohm Grenze habe ich mir selbst gesetzt) Der Ideale Kondensator hat keinen parallelwiderstand.
...

Moin Wilhelm,
ist klar. Aber wenn ich es nicht völlig falsch verstanden habe, kompensierst Du bei einer Wiensch'en Brücke den frequenzabhängigen Teil und misst den resultierenden (frequenzunabhängigen ! ) Parallelwiderstand. Und der Parallelwiderstand ist beim Fahrzeugkondensator zwangsläufig der Isolationswiderstand zwischen Pluskontakt und Gehäuse. Insofern sollten die von Dir gemessenen Werte bei anderen Frequenzen nicht allzu weit abweichen.
Dies stimmt dann auch mit der Messmethode von "Motoclub" überein (wobei ich die Selbstentladung bei deutlich niedrigeren Spannungen messen würde). Übrigens schreibt C. Hertwick in seinem Kupferwurm ebenfalls, dass die Kondensatorprüfung über die Isolationsprüfung erfolgen und mindestens 10 Megaohm betragen soll - ansonsten ab in die Tonne !
Ich werde demnächst mal an einem ruhigen Abend meine Kondensatorsammlung am Prüfrex durchtesten (ggf. mit Oszillogramm) und Auffälligkeiten bei der Kapazität und Isolationswiderstand gegenüber stellen...
Gruß
Carsten

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