Kreuzgelenk Reparatur R50 bis R69

Begonnen von Wilhelm, 19 März 2026, 13:34:57

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Wilhelm

Hallo Zusammen,
jetzt geht es weiter mit der Kreuzgelenk Reparatur an der R50. Erst einmal die Demontage von der Flansch Seite:
Die Schweißungen die den Nadelkranz an Ihrer Position halten sind extrem hart! Als erstes habe ich versucht diese mit dem Einhandschleifer zu entfernen. Das ist echt ein Schleifstein Grab. Mit dem kleinen Handschleifer und sehr spitzen Kegelschleifern hatte ich versucht diese zu entfernen. Die Schweisungen gehen tief in den Flansch/Nadelkranz. Beim ausdrücken der Nadelkränze drückte sich die Schweißung im Flanschkranz im Bereich der Schweißungen auf. Da ich von der nicht geschliffenen Seite gedrückt hatte, waren dort die Schweißungen gelöst und ich konnte dort die Überstände mit dem Handschleifer innen im Flansch entfernen. Nun habe ich die Nadellager in die andere Richtung gedrückt und auch dort die Schweißungen mit dem Handschleifer begradigt. Mit einer Rohrzange konnte ich die durchgedrückten überstehende Nadelhülse packen und aus Ihrem Sitz drehen/ziehen. Die andere Seite des Flansches habe ich dann auf der Presse durchgedrückt und ebenfalls mit der Zange entfernt.  So erst mal bis hier hin. Das war die Flanschseite . Jetzt kommen erst mal die Bilder dazu.




Wilhelm

So, hier die nachfolgenden Bilder.
Am zweiten Bild sieht man ganz schön den Verschleiß des Kreuzgelenkes. Er stellt sich so auf allen vier Lagerzapfen dar. Die Nadeln haben einen Durchmesser von 1,9 mm. Es sind je Hülse 19 Stück verbaut. Die Nadeln sind 7,5 mm Lang. Was mich ein wenig gewundert hat sind die Abdichtungen die man in der Schale sieht. Öl kann nur durch die vier Schlitze die in den Nadelhülsen am Rand zu sehen sind in das Innere der Hülsen gelangen???? und die Nadeln schmieren.
Ich hoffe durch diese Schilderung Anregungen  und Vorschläge zu bekommen wie man es das nächste mal besser machen kann.
Hat jemand eine Idee wie man ein Punktschweisgerät bauen könnte um die neuen Hülsen zu Zentrieren?.
Als nächstes kommt dann die Wellenseite des Kreuz gelenkes an die Reihe.

Vortsetzung folgt.:


Wilhelm

Diese HSS Fräser hatte ich auch schon probiert. Leider ist das Material der Schweisung so hart, das da kein Abtrag möglich war, falsch der Fräser war nacher stumpf!
Danke für den Tipp.

Elefantentreiber

Hallo Wilhelm,

da unter dem Gummibalg ja Platz ohne Ende ist, würde ich das Punktschweißen sein lassen und mir Scheiben anfertigen und diese Anschweißen oder hart Anlöten.

So wie hier z.B.

Danach kann die Kreuzgelenke jederzeit leicht wieder erneuern.

Zündapp´s sind immer noch die besseren Boxer

Michel

Die Lösung ist super, das werde ich bei der Welle, die noch bei mir auf den Zusammenbau wartet, versuchen.
Die Umsetzung wird aber etwas Zeit in Anspruch nehmen, nachdem das Gelenk ausgerichtet ist, wird jede Scheibe
ein anderes Maß haben. Schönes Gefummel für den Winter😃
Und ja, schweißen an einer Lagerhülse ist für diese nicht besonders förderlich.   

Wilhelm

Oh, das ist eine tolle Lösung, Platten aufschweißen und dann mit der Fräse die Nuten des Seegerings ins Material fräsen. Klasse, aber hier für fehlt mir die Frässmaschine!
Mal sehen ob mir noch was einfällt. Bei dieser Lössung könnte man die Justierung der Nadelkränze auch durch Passcheiben einstellen wenn man das nicht schon beim fräsen Berücksichtigt hat. --- Kann man ein Drehteil axial ausgerichtet aufschweißen?
------
Ich habe jetzt erst mal mit der Demontage des zweiten Gelenkstücks weiter gemacht. Das Wellenende  mit den Nadelkränzen habe ich unter die Presse gelegt. Mit einem Passstück habe ich dann die Nadelkränze aus deren Schweißungen nach innen gedrückt. Hier reichte ein kurzer Hub, so das die Schweißungen brachen. Danach habe ich das Kreuzgelenk mit der Flex zertrennt. Nun konnte ich die Nadelkränze nach innen drücken. Die überstehenden Schweißungen im Wellenende konnten nun geschliffen werden.

Mal sehen wie es nun weiter geht. Das Kreuzgelenk habe ich bei Rabenbauer bestellt. Abmessung 19 x 48mm  Wenn es da ist melde ich mich.

Wilhelm

#37
So nun kann es weiter gehen. ----- Es ist ein neues Gelenk angekommen. Das erste was ich vom Zubehör bekommen hatte war 44 x 19 mm. Es war kürzer als das Gabelstück der Kardanwelle. Somit trugen die Nadeln nicht richtig wenn alles zusammen gebaut war. Das wollte ich ungerne nehmen.
 Nun kam das nächste Gelenk. Es sah größer aus was es auch war! Breit ist es 52.6mm. Also 2,6 mm breiter wie die Gabelenden. Das Kreuzgelenk Stück konnte ich nicht in die Gabelenden einführen. Die Köpfe waren  12,6 mm dick, die alten 10,1 mm. Das ist eigentlich besser zur Lastverteilung. Ich müsste sie anschleifen um sie in die Gabelenden einzuführen. Das passt also auch nicht so richtig. So langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich denke das  ich diese Gelenkteil nicht verwenden kann. Habt Ihr Ideen?

Wilhelm

Ich habe nun mal die Dichtringe an den Nadelhülsen entfernt. Da sie im Öl laufen kann man sie doch eigentlich wegfallen lassen. Wenn ich sie nun aufstecke habe ich eine Breite von 48,15 mm. Die Nadeln tragen noch ganz auf der geschliffen Fläche des Kreuzes! Man sieht im Bericht vorher das nach der geschliffenen Fläche ein kleiner Ansatz ist. Da lagen die Dichtringe an und verhinderten eine weiteres aufschieben der Nadelhülsen. Das ist bestimmt so gewollt wenn man mit Fett schmieren würde, so das dieses Fett aus dem Kreuz zur Nadelhülse hin offen bleibt!?
(Die Nadelhülsen sind mit folgender Nummer gezeichnet INA F-200698.1 V)

Wilhelm

So und wieder geht es weiter, kleine Schritte aber es muss ja auch alles beschrieben werden. Im vorigen Bericht habe ich einen Gedankenfehler eingebracht. Nadelhülse und Dichtung werden beim zusammenpressen weiter auf das Kreuzgelenk geschoben so das die Dichtung im dunkleren Bereisch des Gelenks zum tragen kommt. Dann ist auch wieder der Abstand von 48 mm gegeben. Am Bild habe ich dies dokumentiert. Die Nadelhülsen sind im Auslieferzustand natürlich nicht über die kleinen Absätze des Gelenks geschoben.

Die Enden des Gelenks musste ich gering anschleifen (siehe Bild) um sie einfädeln zu  können. Wenn man gerade so viel abschleift das es rein gefädelt werden kann ist es nicht viel was weggeschliffen werden muss. Es werden nur die Kanten gebrochen. Nun könnten die Nadelhülsen eingedrückt werden.

Ich habe mich dazu entschlossen doch die Variante mit den Dichtungen zu verwenden. Wie viel Öl kommt den bei den Boxern wirklich an die Kreuzgelenke. Das Öl steht unten in der Schwinge nicht oben beim Gelenk. Auch beim auseinander gebauten Gelenk waren Dichtscheiben eingebaut.

Jetzt habe ich ein Problem, Ihr müsst mir helfen. Duch das Bildermachen und beschreiben des Umbaus habe ich eine Dichtung des Kreuzgelenkes verlegt! Ich wollte sie ja zurest nicht verwenden. Hat evtl. jemand noch eine Dichtung von einem Kreuzgelenk über! Das kommt davon wenn man mit Unterbrechungen arbeitet.



mitoma68

Hallo Wilhelm, ich habe größten Respekt mit welcher Engelsgeduld Du Dich seit Wochen und Monaten diesem Gelenkt widmest! Ich mein, Du hattest dafür auch ein Angebot - ich glaube es waren 120 € von einer Fachwerkstatt. Aber ich glaube es ist Dir wichtig, es selbst perfekt zu machen! 👍 Ich lese die Reihe jedenfalls mit Interesse! 🙂
Gruß, Thomas

Wilhelm

Zusammenbau Flansch Gelenk.
Um das Flanschgelenk zu bestücken habe ich zuerst noch den Anguss für einen Schmiernippel am Kreuzgelenk abgeschliffen. Vergisst man das klemmt es in der Gabel zum Konus. Der Anguss ist zu hoch.
Das Kreuzgelenk ist in den Flansch einfädelt. Nun vorsichtig eine Nadelhülse im Schraubstock mit Messing Stück Eindrücken. Das Kreuzgelenk in die Nadelhülse einfädeln und Nadelhülse ganz eindrücken. Bündig mit Flanschstück. Um beim Eindrücken ein verdrücken der Gabelenden zu vermeiden habe ich einen Ring auf die Gegenseite gepackt. Dieser ist im Innendruchmesser Größer als die Nadelhülsen. (Bild)
Danach wird die zweite Gabelhülse vorsichtig  in die zweite Seite des Flansches eingeführt und leicht eingedrückt. Wichtig ist es nun das Gelenkstück aus der ersten Seite leicht herauszuziehen und in der zweiten Seite einzufädeln. Die Nadeln der zweite Nadelnhülse sind nun auf beiden Seiten geführt und können weiter verpresst werden. Das alles geht super in einem großen Schraubstock. Hier hat man ein besseres Gefühl beim Pressen. Gefühlvoll kann man mit der Spindel die Nadelhülsen plazieren.
Weiter habe ich die beiden Seiten nach und nach in die Gabelaugen gedrückt und zwar so tief das auf beiden  Seiten des Flansches die Nadelhülsen gleich tief eingedrück werden.
Die Tiefe der Nadelhülsen habe ich mit einem Tiefenmesser ausgemessen. (Bild)
Das Kreuzgelenk habe ich wärend des Pressvorganges immer mal wieder auf seine Gängigkeit in den Nadelhülsen geprüft in dem ich es gedreht habe.
Zur Justage der Einpresstiefen habe ich mir noch ein Hilfswerkzeug, eine Gabel angefertigt. Mit Ihr kann man über die Gabel greifen und das Gelenk nach Aussen schieben ohne zwei Nadelhülsen drücken zu müssen. Korrekturen sind halt immer zu machen um das Gelenk zu plazieren. ( BIld)
Anschließen muss ich die Welle ja auch noch auf Rundlauf prüfen. Mal sehen wie das dann passt?
Eine Nadelhülse von innen zeigt das letzte Bild.

Wilhelm

So, jetzt kommen wir langsam zur fertigen gerichteten Kardanwelle die nur noch gepunktet werden muss. Die Kegelseite der Kardanwelle habe ich wie die Flanschseite zusammengefügt. Das Ausrichten der Nadelhülsen in den Gabeln hat sich als richtig erwiesen. Ich musste nur noch geringe Korrekturen beim Ausrichten durchführen.
In einem benachbarten Betrieb kann ich an die Punktschweismaschine. Morgen werde ich das machen. Mal sehen wie es klappt. Anbei Bild vom weiteren zusammenbau.

Kees

Das war eine schwere Geburt, aber meine Achtung das du durchgesetzt hat!

Warum hast du eigentlich nicht die Umbau nach Sicherungsringe durchgesetzt, wie Elephantentreiber das gezeigt hat?

Wilhelm

Hallo Kess,
dazu habe ich nicht die Mittel! Das wäre natürlich die beste Varainte gewesen. Ich denke wenn ich das Kreuzgelenk fertig habe, das ich dann wieder für einige Zeit Ruhe habe.
Mal sehen wie es läuft.
Ich muss ja jetzt noch zum Punktschweißen, Dann bin ich durch.

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