R60/2 : Ruckeln im dritten Gang

Begonnen von ulrich6027, 29 Juli 2022, 17:35:49

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ulrich6027

Hallo,

Ich habe seit gestern Probleme an meiner R60/2. Ich vermute das Getriebe. Alle anderen Verdächtigen würde ich erst mal ausschließen.
Nur im Dritten Gang ist es, als würde irgendwas mal packen und mal nicht. Ein Ruckeln  Der Gang selbst bleibt drin. Also kein Krach, als wenn der Gang nicht richtig drin ist. Auch wenn ich beim / nach dem Hochschalten Druck auf dem Schalthebel lasse.  Kupplungspiel ist überprüft. Die Schaltgabelschrauben sind fest. 1er, 2er und 4er Gang sind unauffällig. Es ist auch in keinem Gang ein Zusammenhang mit der Drehzahl zu erkennen. Beim Ölablassen habe ich  Späne an der Schraube vorgefunden, jedoch keine größeren Stücke im Öl.  :kotz:

Der Plan, Stand heute: Nach meinem Urlaub werde ich das Getriebe mit Bernd zusammen öffnen und berichten.



alt-aber-gut

Hallo Ulrich,
ich hatte vor einigen Jahren eine ähnliche Auffälligkeit (immer nur im 4ten Gang) an einer 50/2. Hier waren nach erfolgter genauer Analyse die Zahnräder des 4ten Gangs verschließen und wiesen deutlich mehr Flankenspiel als zulässig auf. Im Öl hatte ich bis dahin noch keinerlei metallischen Abrieb finden können und das trotz Magnetschrauben im Einfüll- und Ablass. Mit dem Austausch des Zahnradpaares und der Rep des Getriebes war dann alles wieder im grünen Bereich. Ich hoffe sehr für dich das auch bei deinem Getriebe nicht noch sonstige zusätzliche und teuere Arbeiten anfallen. Deutliche sichtbare Späne im Getriebeöl sind immer ein nicht sehr gutes Anzeichen für den Allgemeinzustand des selben. Grüße, *****
La bêtise est toujours nettement supérieur à l'intelligence, car toute intelligence du monde ne permettra jamais de comprendre la bêtise universelle qui nous entour au quotidien.

berndr253

#2
Getriebe ist zerlegt - scheint, dass ich in Ulrichs Sohn einen interessierten und sehr lernfähigen Helfer gefunden habe!
Schnelle Auffassungsgabe und - zu meinem Erstaunen - einiges an Vorkenntnissen!

Ulrich wird später noch ein paar Fotos einstellen denke ich.

Die Zahnräder zeigen keine Beschädigungen, auch sind die Schiebemuffen und die Mitnehmerzähne am dritten Gangrad ohne Befund, heisst ohne relevanten Abrieb.
Die Schaltgabel zeigt den zu erwartenden Verschleiss, der aber nicht zu einer Fehlfunktion führt oder führen kann.

Bei der Demontage zeigt sich, dass die unter der Schaltgabelverschraubung liegenden Platte die vordere Buchse (3/4-Gang) offensichtlich auf der Platte gerieben hat - heisst, die Buchse hat sich gedreht was zwangsläufig zu einer Veränderung der Einstellung/Lage der Schaltgabel führt.
Durch das Verdrehen der Gabel wurde die Schiebemuffe deutlich in Richtung des vierten Gangs verschoben, so dass der Dritte nicht wirklich sicher eingelegt war und die Schiebemuffe sich unter Last gegen die Schaltgabel gedrückt hat was dann zu dem beobachteten Abrieb geführt hat.
Klar ist, dass sich das dann nur auf den dritten Gang ausgewirkt hat - erstaunt hat mich hierbei, dass das Getriebe ansonsten keine Schäden zeigt.

Die Buchsen der Boxergetriebe sind, anders als die der Einzylinder, exzentrisch gefertigt was die Einstellung der Schaltgabeln ohne das "Richten" der Gabeln im Schraubstock ermöglich.
Eine schöne Idee - die allerdings zu Problemen führt wenn sich die Schaltgabelschrauben lösen.
Auch ist das Einstellen der Schaltgabeln im montierten Zustand der Getriebewellen eine ziemlich "fummelige" Angelegenheit.

Ich werde deshalb die einstellbaren Buchsen gegen zylindrische Buchsen wie sie in den Einzylindergetrieben verwendet werden, tauschen. Das hat zwar zur Folge, dass die Schaltgabeln zuerst einmal so verformt werden müssen, dass diese im montierten Zustand auch "passen", dann aber ohne Probleme und ohne diese nachstellen zu müssen montiert werden können.
Wer schon einmal versucht hat die vordere Schaltgabel mit einem langen dünnen Maulschlüssel SW11 von innen zu positionieren und dann die Zylinderkopfschraube von oben fest zu ziehen ohne dass sich die Position dabei verändert weiss wovon ich schreibe.

Dies macht zwar erst einmal mehr Aufwand bei der Vorbereitung - bei der Montage wird sich das aber als zeitsparend herausstellen.

F.B.

#3
Hallo Bernd,
das sind dann schon "eingetauschte" exzentrische Buchsen aus "Gleitlagergetrieben" eingesetzt, mit dem Ziel der einfacheren Schaltgabeleinstellung. So wie Du es schreibst.
Die originalen sind von der R25-R69S gleich (ETL 23 31 1 066 162).
Das mit den Buchsen hab ich bei der Überholung meines R69 Getriebes, auf Empfehlung vom Hermann Rabenbauer, auch so gemacht und fand es hilfreich. Bisher(!) keine Probleme.
Gruß
Frank

ulrich6027

Hier mal ein paar Bilder. Nur per Tapatalk. Ich bekomme sie nicht auf den Rechner

ulrich6027


berndr253

#6
Schick mir die Fotos mal via whatsapp rüber - ich stell sie dann ein
1. Bild
Dass die Buchse sich gedreht hat sieht man schon recht deutlich an den "Laufspuren" auf dem Blechstreifen, der zwischen Buchsen und Gehäuse positioniert ist.
2. Bild
Die Schiebemuffe vom 3./4. Gang ist in den Rändern zwar leicht verrundet, aber nicht so stark, dass diese nicht mehr gebrauchstauglichist.
3. und 4. Bild
Auch die Mitnehmerzähne des Gangrades 3. Gang sind unbeschädigt.
5. und 6. Bild
Die Zähne des Radpaares 3. Gang auf der Abtriebs- und Nebenwelle zeigen keine Beschädigungen

LG

Bernd

berndr253

und weiter

ulrich6027

ups ???

sorry Karl,

ich habe kein Plan wie die Bilder jetzt außerhalb des Beitrags - alleine im Forum gelandet sind.

Karl

Soll die anderen beiden Threads löschen?
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berndr253


motoclub

Es ist, wie Frank es bereits geschrieben hat: die exzentrischen Buchsen stammen aus den /5-Viergang-Getrieben. Damit spart man sich das verbiegen der Schaltgabeln (das soll mir mal jemand zeigen, wie er in dieser engen, unübersichtlichen Situation im Getriebe bei montierter Hauptwelle die Schaltgabeln so 'justiert', dass beide Arme schön gleichmäßig die Schaltscheibe bewegen. Für mich ist das eine 'Mission impossible'!) und man kann recht elegant durch verdrehen der Buchsen die Schaltgabeln einstellen.

Richtig ist natürlich: wenn sich die Verschraubungen lösen, dann dreht sich die Buchse und die Einstellung geht flöten. Das ist aber eine 'Sicherheitsfunktion': so meckert das getriebe, dass etwas nicht stimmt. Passiert das Lösen bei den alten /2-Buchsen, geht es so lange gut, bis das Getriebe sich zerlegt. Passiert das in voller fahrt, dann gibt es Kleinholz im Getriebe und das Hinterrad blockiert schlagartig - nicht unbedingt die bessere Variante ...

Also ordentlich festziehen, dann passiert auch nichts.
Viele Grüße
Thomas


berndr253

Kann über die Verzahnung nicht Wasser/Feuchtigkeit ins Getriebe eindringen?
Bei den Boxern ist das kein Thema - da liegen die Schaltgabelschrauben geschützt im Luftfiltergehäuse - aber bei den Einzylindern sieht das anders aus. Da suppt der undichte Vergaser Sprit drauf - Spritzwasser - wenn man denn unbedingt bei schlechtem Wetter fahren muss - kommt auch noch dazu.
Dazu würden die Köpfe der Zylinderschrauben noch mal um ungefähr 1 bis 2 mm höher rausragen. Das heisst, dass auch die Schrauben mit den niedrigen Köpfen vielleicht ein wenig über den Gehäuserand hinaus stehen.
Das sieht nicht aus und stört das optisch-ethische Empfinden des Einzylinderfreunds ;D ;D !

Grusz

Bernd

Elefantentreiber

Wer redet hier von 1-Zylindern Bernd?

Im ernst, habe ich mir bisher keine Gedanken drüber gemacht denn die Exzenter Buchsen habe ich bisher in kein 1-Zylinder Getriebe rein bekommen.

Bei Rollen.-/Gleitlagerboxer geht das ohne weiteres.
Zündapp´s sind immer noch die besseren Boxer

ulrich6027

Zitat von: Karl am 03 August 2022, 01:54:15Soll die anderen beiden Threads löschen?

Ja bitte, die anderen beiden sind über

Danke

ulrich6027

Das Getriebe ist, dank der Unterstützung von Bernd und meinem Sohn, wieder eingebaut. Heute sind auch die ersten sechzig Kilometer ohne Problem absolviert worden.


admin

Zitat von: ulrich6027 am 03 August 2022, 10:53:57Ja bitte, die anderen beiden [Threads] sind über

Sind gelöscht.
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ulrich6027


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