Hupenknopf vernickeln

Begonnen von mitoma68, 13 Mai 2026, 18:26:11

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mitoma68

An (m)ein historisches Gespann gehört schließlich auch ein zünftiges Horn - kein Post-Horn sondern ein Bosch-Horn:

Horn.jpg

Und zu einem alten Bosch-Horn gehört natürlich ein alter Bosch-Hupenknopf. Da das vorhandene Stück nicht mehr schön war, wurde es gründlich gereinigt, poliert, entfettet und im ersten Selbstversuch neu vernickelt:

Galvanik.jpg

Das Ergebnis dieses ersten Versuches sieht gar nicht mal so übel aus:

Hupenknopf.jpg

Wer sich dafür interessiert - gerne melden.

Gruß, Thomas

 





Kees

Du darfst ruhig hier eine Beschreibung einstellen wie du das gemacht hast!

mitoma68

Das ist kein großes Ding:

1) Am wichtigsten ist die Vorbehandlung. Am besten das Teil reinigen und mit einem 800er Steindl-Schleifstern die Oberfläche glätten. Dann mit einer Filzscheibe und Polierpaste (Steindl) polieren. Am Ende nochmal mit Bremsenreiniger entfetten.

2) Man benötigt a) ein kleines regelbares Netzteil (0 - 12 V, 0 - 3 A). Nix hochwertiges, ein billiges China-Teil genügt (da sind auch die beiden Anschlusskabel mit Krokodilklemmen gleich dabei). b) aus dem Internet ein kleines Blech aus möglichst reinem Nickel als Anode. c) 250 ml fertiges Nickel-Hochglanz-Elektrolyt (Internet).

3) Man klemmt die Minusklemme an das zu vernickelnde Kleinteil und hängt es in ein gereinigtes Marmeladenglas. Die rote Plus-Klemme kommt an den Nickelstreifen (Anode) und man hängt ihn ebenfalls in das Glas. Dann kommt vorsichtig das Elektrolyt rein - nichts verspritzen, Gummihandschuhe und idealerweise Brille verwenden. Danach Netzteil einschalten und die Spannung langsam hoch drehen auf min. 4 Volt. Bei mir ging es am besten mit 6 Volt - dabei stellte sich ein Strom von ca. 0,5 A ein. Jetzt bilden sich an der Oberfläche des zu vernickelnden Teils kleine Bläschen. Wenn Spannung und Strom passen kommt es zu relativ starker Bläschenbildung. Aber nicht zu stark blubbern, dann die Spannung ein Volt runter. Jetzt Geduld. Es kommt ein wenig auf die Größe des zu vernickelnden Teils an - als Faustformel gelten ca. 150 mA pro Quadratzentimeter Oberfläche - dann dauert es 30 bis 40 Minuten. Ist die Oberfläche größer, dauert es länger. Zwischendurch das zu vernickelnde Teil regelmäßig etwas in der Flüssigkeit schwenken, dann wird angeblich die Schichtdicke gleichmäßiger.
Am Ende Anode und Teil gut abtropfen lassen und reichlich mit Wasser abspülen. Ich habe die Flüssigkeit aus dem Marmeladenglas danach einfach mit einem kleinen Kunststofftrichter zurück in den Originalbehälter gegossen. Wenn sie irgendwann verbraucht ist, gehört sie zum Schadstoffmobil. Das hält sich auch nicht ewig.

Im Internet finden sich auch Beschreibungen, wie man mit Essig und Kochsalz das Elektrolyt selber machen kann. Allerdings wird das dann kein Hochglanz - dafür braucht es weitere Ingedenzien. Daher habe ich fertiges Elektrolyt für Haushalte genommen.

Ist am Ende auf der Oberfläche ein leichter Schleier - einfach mit der Filzscheibe und Poliermittel ganz leicht nachplieren und fertig.

Am besten erstmal mit einem kleinen Übungsteil probiern. Und nicht in geschlossenen Räumen - die Dämpfe sind ungesund. Bei Kleinstmengen, wie in einem Marmeladenglas, riecht man aber nichts - trotzdem, besser immer Vorsicht walten lassen.


motoclub

Ich habe das auch schon mal gemacht - entscheidend sind neben der Qualität des Nickelbads und der Anode die Oberfläche des zu galvanisierenden Teiles und die damit korrespondierende Oberfläche des Teils. Gibt man zu viel Strom drauf, dann wurde bei mir die Oberfläche dunkelgrau - das ließ sich aber leicht abpolieren und darunter fand sich dann fein glänzender Nickel.
Viele Grüße
Thomas

Kees

Danke für die Beschreibung. Ich hatte es studiert für die Schlosser meiner Seitenwagen. Am ende habe ich es doch weggegeben. Das war auch nicht sonderlich teuer weil ich die Teile schon poliert hatte.

Dieses Betrieb hat ein Dualnickel verfahren angeboten. Oder die machen erst Kupfer. Bei so ein Restorationsteil würde die erst Kuper machen, das gleicht die Kratzen noch ein bischen aus. Dann wird wieder poliert und erst dan Nickel.

Ein doppelte Beschichtung weil Nickel ein bischen porös ist. Mit eine zweite Schicht ist es sehr unwahrscheinlich das die kleine Poren beider Schichten einander treffen und damit ist es gut wasserdicht. Ich weiss natürlich auch nicht ob das Doppelvernickeln gleich in eine Sitzung gemacht wird (einfach etwas länger im Bad) oder das die zwischendurch wieder aus das Bad gezogen werden, poliert und neu vernickelt.

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