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Autor Thema: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?  (Gelesen 1164 mal)

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Ludi

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Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« am: 26 November 2017, 21:48:27 »

Moin allerseits,

ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Ludwig, schraube seit einigen Jahren die russischen Boxer und Nachfolger der R71, also Dnepr und Ural. Jetzt ist mir etwas zugelaufen, wo ich einfach nicht weiter komme und deshalb hat es mich auf Suche nach Hilfe hierher verschlagen.

Ich habe günstig ein fast komplettes Motorrad erstanden, dessen Identität völlig unklar ist.
Der Rahmen könnte M72 (Ural), R71 oder sonstige BMW mit Geradwegfederung sein. Die Rahmennummer ist mit warscheinlich russischen, großen Prägebuchstaben hinten links auf der Stoßdämpferaufnahme eingeschlagen. Die Fertigung (sehr saubere Schweißnähte sowie Details wie Luftpumpenaufnahme) erscheinen mir nicht gerade Russisch, sondern eher BMW-mäßig.
Der Motor ist auch russen-untypisch gut gefertigt, hat eine Einlamellen-Kupplung und siehe da: eine BMW-Prägung und BMW-Seriennummer. Die BMW-Classic-Abteilung, die ich dazu konsultiert habe, vermutet eine "Rohbaunummer", hat dafür aber keine Listen.
Das Getriebe wiederum ist russisch und der Prägung nach aus dem ersten Werk in Russland (die Produktion zog im Laufe des Krieges immer wieder gen Osten um), in welcher die ersten Motorräder nach Vorbild der BMW-R71 gefertigt wurden.
Einige weitere Teile an diesem Motorrad kommen mir auch nicht russentypisch vor...Endantrieb, Laufräder etc.

Und nun der Clou: Die Papiere wurden 1978 in Ungarn ausgestellt. Also gehe ich davon aus, dass es dort neu zugelassen wurde und die Originalpapiere ersetzt wurden. Was jedoch viel erstaunlicher ist: Rahmennummer, Motornummer und Getriebenummer sind gleich! Das gibt es bei den Russen eigentlich kaum noch. Die Nummer ist der BMW-Abteilung leider auch nicht bekannt, bzw. hat eine Stelle zu wenig für BMW: 70837. Kann damit jemand hier was anfangen? Gibt es Listen, auf denen diese Nummer auftaucht?
Des Weiteren ist in den Papieren eingetragen: BMW R66 sowie Motortyp /266 und 597ccm3, was ja der von der R66 ist, oder?


So, nun zu den Theorien, die bisher entwickelt wurden:
1. Es handelt sich um eine der ersten Maschinen, die nach dem BMW die R71 eingestellt und nach Russland zur weiteren Produktion gegeben hat (Ural M72), hergestellt wurden. Es wurden also evtl. BMW-Gusforman benutzt, oder Lagerbestände von BMW verbaut und mit russichen Teilen komplettiert
2. Es handelt sich um die Reste einer originalen R66 (wogegen die Rahmennummer spricht).
3. Es handelt sich um eine der ersten Ural M72, welche dann mal in den Papieren als BMW R66 umgetauft werden sollte.

Hat noch jemand Ideen, Informationen oder Denkanstöße? ich wäre sehr dankbar für Eure Hilfe!

Hier ein Dropbox-Link zu Bildern der ganzen Geschichte: https://www.dropbox.com/sh/h4eakmuxzjfd15e/AAA4gXQ1HoiGDi-FG2mZpWoca?dl=0
Beste Grüße, Ludwig
« Letzte Änderung: 26 November 2017, 21:49:58 von Ludi »
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BMW Boxerforum

Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« am: 26 November 2017, 21:48:27 »

CowBoy

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #1 am: 26 November 2017, 23:22:36 »

Hallo Ludwig,

der Rahmen sieht für mich wie von einer alten M72 aus. Die Verstärkungen im Unterzug für die Motorbolzen sehen zumindest auf den Bilder aus,
als wäre das die Russenvariante aus Blech - BMW hat da meines Wissen (und wie an meinem R67-Rahmen zu sehen) Gesenk Schmiede-Teile verbaut.
Ebenso sieht der Verschluß am oberen Rückgrat-Rohr nach Russe aus. BMW ist da sauberer gearbeitet. Die Rahmen-Nummer sieht selbst
gemacht aus. Russische Schlagzahlen haben eine andere "Schrift". Jedenfalls alle, die ich bislang gesehen habe....
Da der Rahmen aber keine Knotenbleche, die vordere untere Kugel für den SW-Anschluss wohl am Motorbolzen sitzt und eine Halterung für die
Luftpumpe da ist, schätze ich da Baujahr vor ca. 1952. Allerdings kann ich den Halter für die Hupe nicht sehen. Es ist also Möglich, dass am Rahmen
schon einiges verändert wurde.

Der Endantrieb ist von der Ural M61 mit dem Öleinfüller im Deckel und nicht im Gehäuse.

Das Getriebe ist aus dem Stalinwerk, also ziemlich alt. Wo ist denn der Kupplungszug angelenkt? Oben oder unten, mit Auge am Getriebe?
Die Einscheibenkupplung muss nicht zwangsläufig uralt sein: Aus meiner letzten Neuerwerbung, einem mit 1953 gestempelten M72 Aggregat
hab ich auch ein Schwungrad mit Einscheibenkupplung ausgebaut.

Das Motorgehäuse ist nach den Eingüssen wohl ein BMW R61/71/66 Teil mit veränderter Motornummer. Die Schleifspuren sind noch deutlich zu erkennen
und die originale Nummer saß tiefer und mehr mittig über den Ventildeckel.

Ich denke, es hat jemand - wenn die Papiere echt und original sind - versucht aus diversen Teilen ein Fahrzeug zu bauen und "Nummerngleicheit" hergestellt,
aus welchen Motiven auch immer.

Gruß, Ulli
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Ludi

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #2 am: 27 November 2017, 23:14:52 »

Hallo Ulli, danke für deinen Beitrag!

Mich würde interessieren wie das mit den ""Gesenk Schmiede-Teilen" für die Motorbolzen bei BMW aussieht. Hat da jemand ein Bild?
Ich fand nämlich, dass das bei meinem Rahmen eher nicht Russentypisch aussieht.

Fehlende Knotenbleche und Seitenwagenhalterung an den Motorbolzen sowie Luftpumpe lassen auf ein frühes Bj schließen, ja. Schön, zu hören, dass Du das bestätigst. Auch danke für die Info mit dem Endantrieb.

Zum Getriebe: Kupplungszug ist unten am Getriebe angelenkt, ja.

Grüße, Ludwig
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johannestiger

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #3 am: 28 November 2017, 21:22:59 »

Ich war 1990 im Technikmuseum in Moskau. Dort durften wir einen abgesperrten Bereich besuchen, welcher die Motorradsammlung beherbergte. Wir bekamen dort einige Typen und Prototypen der frühen russischen Motorradproduktion vorgeführt. Dabei hat man uns erläutert, dass Mitte der 30er Jahre russische Ingenieure bei BMW waren und quasi Motrradkonstruktion "erlernt" haben. So sind Motorräder und Konstruktionsprinzipien von BMW und auch DKW vor dem Krieg nach Russland exportiert worden. Vor allem hatte es ihnen dabei die Pressstahltechnik angetan.

Neben vielen anderen tollen Dingen gab es auch eine 4zyl. Rennmaschine vergleichbar der MV AGUSTA, die sie aber nicht richtig zum Laufen bekommen haben.

Gruß

Alexander
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Ludi

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #4 am: 23 Dezember 2017, 01:52:25 »

Hallo,

ich will Euch mal wieder mit verwirrenden Infos und Bildern versorgen. Diesmal aus dem Herzstück: es kam eine EMW-Kurbelwelle zum Vorschein. Hä?  ;D :o Wie kann das jetzt sein?  ???

Würde mich über Antworten sehr freuen! :)
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Wolli

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #5 am: 23 Dezember 2017, 10:37:58 »

Hallo,

ich will Euch mal wieder mit verwirrenden Infos und Bildern versorgen. Diesmal aus dem Herzstück: es kam eine EMW-Kurbelwelle zum Vorschein. Hä?  ;D :o Wie kann das jetzt sein?  ???

Würde mich über Antworten sehr freuen! :)

Ganz einfach! Die Kurbelwelle wurde schonmal überholt und dabei mit neuen Pleuel bestückt. Und weil man nix besseres zur Verfügung hatte, hat man EMW R35 Pleuel genommen. Zu erkennen an der Nummer beginnend mit 235...
Also ostdeutsche Bastelei. Immerhin besser als russische Bastelei.

MfG Wolfgang
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Q-Michael

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #6 am: 24 Dezember 2017, 10:11:17 »

Moin,

frag hier ma nach:

http://www.vfv-motorrad-forum.de/f11722383-BMW.html
Vg michael
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Ludi

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Re: Identitätssuche eines Motorrades R66 / M72 ?
« Antwort #7 am: 05 Juli 2018, 22:33:01 »

Um das Thema mal wieder aus der Versenkung zu holen: was denkt ihr sind die R35/EMW-Kurbelwelle und der BMW-Motorrumpf wert? Gibt es da Leute, die nach sowas suchen?

LG, Ludi
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